Vergeben und vergessen?

Einen Guten Tag wünsche ich Ihnen. Eine Woche ist vergangen seit Ostern, das hohe Fest der Christenheit, wo es um die Vergebung geht. Ich weiß ja nicht, ob Sie religiös sind oder nicht. Vielleicht nennen Sie sich religiös, gehen aber nie zu Gottesdiensten, oder aber Sie gehören einer anderen Religion an als dem Christentum. Vielleicht folgen Sie einer anderen spirituellen Richtung oder  Sie bezeichnen sich als atheistisch.

Bei dem Thema, das ich heute anspreche ist das völlig nebensächlich.

Ich meine eben die VERGEBUNG. Es gibt wohl kaum eine Beziehung, in der nicht Verletzungen geschehen. Oft passieren sie aus Unachtsamkeit, aus Zeitmangel oder anderen völlig unbeabsichtigten Gründen. Ja, und doch gibt es auch Verletzungen hinter denen Gefühllosigkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Partner/der Partnerin stecken. Und im schlimmsten Falle Böswilligkeit, vielleicht aus Rache oder eigenen verletzten Gefühlen.

Haben Sie Verletzungen in der Partnerschaft erlebt? Ich nehme an, ja. Die Frage ist, sind diese Verletzungen geheilt, vernarbt oder wird da eine nicht geheilte Wunde immer wieder aufgerissen. Weiß Ihr Partner, weiß Ihre Partnerin um diese Verletzungen? Möglicherweise haben Sie es nie mitgeteilt, aber es nagt in Ihnen und innerlich halten Sie diese Verletzungen dem anderen/der anderen vor. Da kann Groll wachsen, es kann immer schlimmere Streits geben oder zwei Menschen driften immer weiter auseinander. Nicht ausgesprochenen Verletzungen können der Grund dafür sein. Aber, soll man nach vielen Wochen, Monaten oder gar Jahren mit einer „alten“ Verletzung den Partner/die Partnerin konfrontieren. ich meine“Ja“, denn solche Wunden heilen meist nicht von selbst.

In einer therapeutischen Sitzung können Menschen einen geschützten Raum und eine begleitende Person finden, die Aussprachen von Verletzungen  möglich machen. Im besten Falle kann dann Vergebung geschehen. Gerne möchte ich für Sie diese begleitende Person sein und Ihnen einen geschützten Raum bieten. Auch alte Verletzungen brauchen manchmal Beachtung und Möglichkeit zur Heilung, damit Ihre Beziehung wieder besser wird. Oft wissen die Partner doch gar nicht, was Sie so verletzt hat. Letztendlich ist es aber doch eine Wertschätzung dem anderen/der anderen gegenüber zu sagen: „Weil du mir so wichtig bist, und, weil es mir so wichtig ist, dass unsere Beziehung gut bleibt oder wieder gut wird, deshalb möchte ich dir heute sagen, was mich so verletzt hat.“

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und ein genussvolles Erleben des aufkeimenden Frühlings.

 

Heike Strohhäcker